Freitag, 14. September 2007

Herzlich Willkommen & A-D

Liebe Leute,

Erst Mal herzlich willkommen auf meinem Blog!

Ich bin nun schon seit fast zwei Wochen in Mali… Es ist hier alles unglaublich spannend, total faszinierend und wieder einmal eine ganz neue Welt! In den ersten Tagen machte mir die Hitze und eine Lebensmittelvergiftung ziemlich zu schaffen. Jetzt geht’s aber richtig los: ich wohne mit meinen Praktikumsgspänli in einer schönen Wohnung und filme viele spannende Projekte von Jigi… eine kleine, erste Auswahl von Anekdoten und Eindrücken findest du weiter unten. Fotos folgen bald.

Liebe Grüsse Sabine

Anfang

Angefangen hat dieses Projekt schon mit der Aufnahme ins ASA-Programm im Februar. ASA/GLEN ist ein europäisches Programm, welches junge Europäer in Entwicklungsländer entsendet. Im Verlauf des Frühlings hatten wir zwei Seminarwochen, in welchen verschiedenen Themen rund um die Entwicklungszusammenarbeit behandelt wurden (weitere Infos auf www.asa-programm.de). Und nun sind wir hier in Mali und arbeiten bei der malischen Organisation JIGI. Wir, das sind Aurore aus Frankreich, Kristine aus Lettland und ich.

Arrivé

Ich muss jetzt noch lachen, wenn ich an unsere Ankunft auf dem Flughafen Bamakos um drei Uhr morgens denke… Es war einfach ein heilloses Durcheinander… schlussendlich hatten wir aber einen Stempel im Pass und unser Gepäck auf einem Wägeli, welches von irgendeinem Unbekannten gestossen wurde. Zum Glück wurden wir abgeholt!

Afrika

Mali ist noch viel afrikanischer als ich je gedacht hätte… (falls man das überhaupts so klischéemässig sagen kann). Die Frauen und oft auch die Männer tragen wunderschöne, bunte Gewänder in kräftigen Farben; die Märkte sind laut, schmutzig, und trotzdem total interessant; die Leute sind überaus freundlich und offen; für das europäische Empfinden ist alles sehr chaotisch....

Arbeit

Jigi ist eine lokale Nicht-Regierungs-Organisation, welche in den Bereichen Gesundheit, Mikrofinanzen, Kommunalentwicklung und Wasserversorgung arbeitet. Wir drei stagiaires widmen uns verschiedenen Projekten: Kristine arbeitet zusammen mit den Frauen, welche Seife produzieren. Aurore organisiert eine AIDS-Ausbildung für malische Rapper, welche anschliessend das Thema in ihre Songs integrieren. Ich mache einen Dokumentarfilm über die verschiedenen Arbeitsbereiche von Jigi, welchen sie anschliessend für Marketing-Zwecke verwenden können.

Bett

In der ersten Woche haben wir noch bei Heide, einer deutschen Mitarbeiterin von Jigi, gewohnt. Nach intensiver Wohnungssuche sind wir nun in eine super Wohnung gerade gegenüber unserer Organisation gezügelt. Das hiess natürlich auch, dass wir ein Bett, bzw. eine Matraze kaufen mussten; fanden wir dann auf dem Markt für ca. 12Fr.

Ba

Ba ist unsere Nachbarin. Wir teilen mit ihrer Familie den Innenhof unseres Gebäudes. Das ist total genial, weil wir erstens ganz tolle Gespräche führen können. Zweitens essen wir abends immer zusammen, sodass wir in den Genuss von hervorragendem malischen Gerichten kommen! Ba ist zudem eine enorm herzliche Person. Als ich eines Morgens draussen meine Haare bürstete, fragte sie doch tatsächlich, ob sie meine Haare anfassen kann… ich wollte ihre natürlich auch berühren, was in einem fröhlichen Gelächter endete….

Balla

Balla ist einer der wichtigen Personen in der NRO Jigi, verantwortlich für die Finanzen. Er hat erklärt, dass er die Bezeichnung „Kampf gegen die Armut“ ganz unsinnig findet, weil eben Armut nur ein Symptom von ganz anderen Missständen ist. Daher hat Jigi die ursprünglichen Projekte im Kampf gegen Armut umbenannt in „Stärkung“ der vorhandenen Strukturen, Ausbildung und Entwicklung von neuen Kompetenzen etc.

Chaleur

Es ist einfach wahnsinnig heiss hier! Man schwitzt sozusagen immer.

Chotze

Sorry wegen dem Ausdruck, aber in meiner ersten Woche hier hatte ich tatsächlich zwei ganz üble Tage, an welchen ich aber auch gar nichts in meinem Magen behalten konnte…. Erste und hoffentlich letzte Lebensmittelvergiftung.

Djembe

Ich habe schon mit verschiedenen Lehrern gesprochen und werde wohl bei Segu, einem älteren Herrn, Djembe Unterricht nehmen. Djembe ist für mich der Inbegriff von afrikanischem Rhythmus. Dazu schreibe ich später sicher noch mehr.

Dorf

Gestern war ich zum ersten Mal in einem Dorf ausserhalb von Bamako. Wow, das war sooooo spannend. Ich konnte an einem Treffen von Frauen teilnehmen, welche so ihr Wissen mit Leuten von Jigi austauschen, Probleme im Alltag identifizieren, über Familienplanung, AiDS und anderes reden. Ich habe das ganze gefilmt (ist ja zum Glück meine Aufgabe). Die Bilder sind einfach unglaublich schön!!!

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