Kaum zu glauben, ich bin schon seit drei Wochen in Mali! Es geht mir sehr gut; vieles läuft noch viel besser als ich mir erträumt habe – die Arbeit , das Filmen und auch die vielen Diskussionen sind enorm spannend, für die Masterarbeit habe ich ein gutes Gefühl, obwohl die vielen Informationen noch nicht wirklich in geordneter Weise in meinem Kopf existieren, das Djembe spielen ist genial… naja, trotzdem habe ich mich jetzt schon an Vieles gewöhnt; und nach der anfänglichen Euphorie merke ich schon, dass ich gewisse Sachen sehr vermisse: ein bisschen Luxus (ein Brünneli im Bad zum Beispiel wäre schon ganz schön; wir haben nur einen Wasserhahnen und ein Plastikbecken am Boden); das Zusammensein mit Freunden und Familie; so richtig Sport machen…
Weiter unten geht’s weiter mit dem Eindrucks-und Erlebnis-ABC. Ich könnte da soooo viel schreiben; jeden Tag lerne und entdecke ich unzählige Sachen, die einen eigenen Eintrag Wert wären. Ich versuche einfach, das Wichtigste davon zu bündeln und aufzuschreiben.
Liebe Grüsse
Sabine
Ein ganz normaler Tag
An einem Arbeitstag stehe ich um halb sechs Uhr morgens auf; das macht mir überhaupt keine Mühe, da es erstens schon hell ist und es zweitens einfach auch zu heiss ist, um im Bett zu bleiben… Nach einem Zmorge mit weissem Paquette und Nutella gehe ich dann so gegen 8 auf die andere Strassenseite ins Büro. Heute zum Beispiel bin ich voll in den Vorbereitungen für den Workshop morgen (Workshop zur Evaluierung der AIDS-Präventions-Projekte mit allen wichtigen Beteiligten, das heisst ca. 15 Personen).
Andere Arbeitsbeschäftigungen sind zum Beispiel Sitzungen mit dem Management hier. Ab und zu habe ich auch die Gelegenheit, mich mit anderen Leuten aus der Entwicklungszusammenarbeit zu treffen und zu diskutieren, so zum Beispiel mit dem Direktor der DEZA Mali oder dem Chef von PSI. Oft gehe ich auch mit den verschiedenen Projektkoordinatoren aufs Terrain zum Filmen. Letzten Freitag ging ich mit Seni, dem Projektverantwortlichen, auf seinem Moto in ein Aussenquartier von Bamako. Dort trafen wir weitere Leute von Jigi, welche das Wasserversorgungsprojekt koordinieren. Da es in besagten Quartieren weder Wasser noch Elektrizität gibt hat Jigi dort Wasserstellen installiert. Die Bewohnerinnen kommen mit ihren Kesseln an die Wasserstellen, kaufen das Wasser (kostet ca. 2 Rappen pro 10 Liter) und tragen es auf dem Kopf zurück zu ihren Häusern zurück. Jigi half der Quartierbehörde, ein Brunnenverwaltungssystem aufzubauen. Das heisst, dass das Quartier jemanden als Kassiererin angestellt hat. Das Geld verdiente Geld wird entweder in die Reparatur und den Unterhalt der vorhandenen Wasserstellen investiert, oder es werden neue Brunnen gebaut. Weiter organisiert Jigi verschiedene Veranstaltungen zu den Themen Hygiene rund ums Wasser. Ich hatte da die Gelegenheit, die Frauen an der Wasserstelle zu filmen sowie mit verschiedenen Leuten Interviews zu machen.
Abends gehe ich oft in die Stadt zum Djembe spielen. Der Minibus etwas weiter unten fährt direkt bis zum „Carrefoure des Jeunes“, wo ich bei Sega, einem älteren Herrn, Djembe-Unterricht nehme. Das Djembe-Spielen macht mir enorm Spass; die Rhythmen durchdringen geradezu den Körper und geben einfach ein gutes Gefühl!
Während dem Ramadan (dauert noch ca. 3 Wochen) essen wir um 20.30 Uhr Znacht, dazu mehr unter Essen…
Eigentlich ist es also ganz schwierig von einem ganz normalen Tag zu sprechen! Erstens ist meine Arbeit sehr abwechslungsreich; zweitens ist es auch enorm schwierig, etwas zu planen. Meistens ergibt sich der Tagesplan von der einen auf die andere Minute…
Essen
Abends essen wir immer mit Moussa, Bah (unsere Nachbarn) und deren Familie. Wir setzen uns im Kreis auf niedrige Stühle und Schemmel. In der Mitte steht die Schüssel mit Wasser fürs Hände waschen sowie eine zweite grosse Schüssel mit dem Essen. Wir essen dann alle gemeinsam von Hand aus der Schüssel! Und da ich seit meiner Zeit in Nepal eine Vorliebe fürs Essen von Hand habe finde ich das Ganze natürlich super…!
Die Menus bestehen immer aus einem Grundnahrungsmittel (Kartoffeln, Reis, Inyam, Couscous, Kochbananen, …) sowie etwas Fleisch und Gemüse an einer reichen Sauce. Ich esse sehr, sehr fein da bei unseren Nachbarn!
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