Dienstag, 25. September 2007

Fotos aus dem Alltag

Zu Hause...














Kochen mit Bah















Handarbeit! Hier gibt's noch nicht die zahlreichen nützlichen Küchenmaschinen...















Die Kinder der Nachbarn:
Junior, Amadou, Adda

Café Santé















Wir befinden uns hier auf einem grossen Busbahnhof in einem Aussenquartier von Bamako. In der kleinen Hütte ist ein Kiosk untergebracht, an welchem die Reisenden und Buschauffeure Getränke und Snacks kaufen können. Coplan, der Inhaber des Kiosks, wurde von Jigi in den Bereichen AIDS und Geschlechtskrankheiten sowie Familienplanung ausgebildet. In ungezwungenen Gesprächen mit seinen Kunden versucht er, die Leute für diese Themen zu sensibilisieren. Gleichzeitig verkauft er auch Kondome, Femidome, die Pille und andere Artikel.














Der Busbahnhof















Café Santé ist der Name des Kiosks.

Ausgang...














Gemütlicher Abend mit Matthieu und Marion, die beiden anderen ASA-Praktikanten in Mali.
Kristine (aus Lettland, ist mit mir im Jigi-Projekt), Matthieu (Frankreich)














Marion (Deutschland) und ich

Filmen eines Wasserversorgungs-Projekt













Wassertransport














Das Quartier (Bamako)














Wassertransporteure... die Jungen gehen nicht mehr zur Schule; sie verdienen sich ihr Geld mit Wassertransport.














Neugierige Kinder... Weisse Leute, noch dazu mit einer Kamera, sind hier selten und werden mit einem lauten "Toubabou, toubabou, toubabou..." (= Weisser) empfangen.



























An der neu erstellten Wasserstelle.














Die Frauen haben zwar nach wie vor kein fliessendes Wasser oder Elektrizität im Haus, doch immerhin finden sie nun eine öffentliche Wasserstelle mit sauberem Wasser in ihrer Nähe.




























Der Mensch bzw. der Kopf ist nach wie vor Transportmittel Nummer 1.

Montag, 24. September 2007

3 Wochen in Mali & diverse E..

Hallo zäme,


Kaum zu glauben, ich bin schon seit drei Wochen in Mali! Es geht mir sehr gut; vieles läuft noch viel besser als ich mir erträumt habe – die Arbeit , das Filmen und auch die vielen Diskussionen sind enorm spannend, für die Masterarbeit habe ich ein gutes Gefühl, obwohl die vielen Informationen noch nicht wirklich in geordneter Weise in meinem Kopf existieren, das Djembe spielen ist genial… naja, trotzdem habe ich mich jetzt schon an Vieles gewöhnt; und nach der anfänglichen Euphorie merke ich schon, dass ich gewisse Sachen sehr vermisse: ein bisschen Luxus (ein Brünneli im Bad zum Beispiel wäre schon ganz schön; wir haben nur einen Wasserhahnen und ein Plastikbecken am Boden); das Zusammensein mit Freunden und Familie; so richtig Sport machen…

Weiter unten geht’s weiter mit dem Eindrucks-und Erlebnis-ABC. Ich könnte da soooo viel schreiben; jeden Tag lerne und entdecke ich unzählige Sachen, die einen eigenen Eintrag Wert wären. Ich versuche einfach, das Wichtigste davon zu bündeln und aufzuschreiben.

Liebe Grüsse

Sabine

Ein ganz normaler Tag

An einem Arbeitstag stehe ich um halb sechs Uhr morgens auf; das macht mir überhaupt keine Mühe, da es erstens schon hell ist und es zweitens einfach auch zu heiss ist, um im Bett zu bleiben… Nach einem Zmorge mit weissem Paquette und Nutella gehe ich dann so gegen 8 auf die andere Strassenseite ins Büro. Heute zum Beispiel bin ich voll in den Vorbereitungen für den Workshop morgen (Workshop zur Evaluierung der AIDS-Präventions-Projekte mit allen wichtigen Beteiligten, das heisst ca. 15 Personen).

Andere Arbeitsbeschäftigungen sind zum Beispiel Sitzungen mit dem Management hier. Ab und zu habe ich auch die Gelegenheit, mich mit anderen Leuten aus der Entwicklungszusammenarbeit zu treffen und zu diskutieren, so zum Beispiel mit dem Direktor der DEZA Mali oder dem Chef von PSI. Oft gehe ich auch mit den verschiedenen Projektkoordinatoren aufs Terrain zum Filmen. Letzten Freitag ging ich mit Seni, dem Projektverantwortlichen, auf seinem Moto in ein Aussenquartier von Bamako. Dort trafen wir weitere Leute von Jigi, welche das Wasserversorgungsprojekt koordinieren. Da es in besagten Quartieren weder Wasser noch Elektrizität gibt hat Jigi dort Wasserstellen installiert. Die Bewohnerinnen kommen mit ihren Kesseln an die Wasserstellen, kaufen das Wasser (kostet ca. 2 Rappen pro 10 Liter) und tragen es auf dem Kopf zurück zu ihren Häusern zurück. Jigi half der Quartierbehörde, ein Brunnenverwaltungssystem aufzubauen. Das heisst, dass das Quartier jemanden als Kassiererin angestellt hat. Das Geld verdiente Geld wird entweder in die Reparatur und den Unterhalt der vorhandenen Wasserstellen investiert, oder es werden neue Brunnen gebaut. Weiter organisiert Jigi verschiedene Veranstaltungen zu den Themen Hygiene rund ums Wasser. Ich hatte da die Gelegenheit, die Frauen an der Wasserstelle zu filmen sowie mit verschiedenen Leuten Interviews zu machen.

Abends gehe ich oft in die Stadt zum Djembe spielen. Der Minibus etwas weiter unten fährt direkt bis zum „Carrefoure des Jeunes“, wo ich bei Sega, einem älteren Herrn, Djembe-Unterricht nehme. Das Djembe-Spielen macht mir enorm Spass; die Rhythmen durchdringen geradezu den Körper und geben einfach ein gutes Gefühl!

Während dem Ramadan (dauert noch ca. 3 Wochen) essen wir um 20.30 Uhr Znacht, dazu mehr unter Essen…

Eigentlich ist es also ganz schwierig von einem ganz normalen Tag zu sprechen! Erstens ist meine Arbeit sehr abwechslungsreich; zweitens ist es auch enorm schwierig, etwas zu planen. Meistens ergibt sich der Tagesplan von der einen auf die andere Minute…

Essen

Abends essen wir immer mit Moussa, Bah (unsere Nachbarn) und deren Familie. Wir setzen uns im Kreis auf niedrige Stühle und Schemmel. In der Mitte steht die Schüssel mit Wasser fürs Hände waschen sowie eine zweite grosse Schüssel mit dem Essen. Wir essen dann alle gemeinsam von Hand aus der Schüssel! Und da ich seit meiner Zeit in Nepal eine Vorliebe fürs Essen von Hand habe finde ich das Ganze natürlich super…!

Die Menus bestehen immer aus einem Grundnahrungsmittel (Kartoffeln, Reis, Inyam, Couscous, Kochbananen, …) sowie etwas Fleisch und Gemüse an einer reichen Sauce. Ich esse sehr, sehr fein da bei unseren Nachbarn!

Donnerstag, 20. September 2007

Erst Fotos!

Mein neuer Schrank aus Bambus!














Auf dem Land...












Auf dem Markt mit Bah, unserer Nachbarin (im blauen Kleid mit Adda auf dem Rücken)












Umgebung Bamakos











Beim Filmen einer Frauenorganisation in der Nähe von Bamako


















Besuch in einem Spital mit Thera (rechts, Koordinator für AIDS-Projekt)











Ausblick vom Dach unseres Hauses













Im Innenhof mit Bah und Aurore












Mein Zimmer

Freitag, 14. September 2007

Herzlich Willkommen & A-D

Liebe Leute,

Erst Mal herzlich willkommen auf meinem Blog!

Ich bin nun schon seit fast zwei Wochen in Mali… Es ist hier alles unglaublich spannend, total faszinierend und wieder einmal eine ganz neue Welt! In den ersten Tagen machte mir die Hitze und eine Lebensmittelvergiftung ziemlich zu schaffen. Jetzt geht’s aber richtig los: ich wohne mit meinen Praktikumsgspänli in einer schönen Wohnung und filme viele spannende Projekte von Jigi… eine kleine, erste Auswahl von Anekdoten und Eindrücken findest du weiter unten. Fotos folgen bald.

Liebe Grüsse Sabine

Anfang

Angefangen hat dieses Projekt schon mit der Aufnahme ins ASA-Programm im Februar. ASA/GLEN ist ein europäisches Programm, welches junge Europäer in Entwicklungsländer entsendet. Im Verlauf des Frühlings hatten wir zwei Seminarwochen, in welchen verschiedenen Themen rund um die Entwicklungszusammenarbeit behandelt wurden (weitere Infos auf www.asa-programm.de). Und nun sind wir hier in Mali und arbeiten bei der malischen Organisation JIGI. Wir, das sind Aurore aus Frankreich, Kristine aus Lettland und ich.

Arrivé

Ich muss jetzt noch lachen, wenn ich an unsere Ankunft auf dem Flughafen Bamakos um drei Uhr morgens denke… Es war einfach ein heilloses Durcheinander… schlussendlich hatten wir aber einen Stempel im Pass und unser Gepäck auf einem Wägeli, welches von irgendeinem Unbekannten gestossen wurde. Zum Glück wurden wir abgeholt!

Afrika

Mali ist noch viel afrikanischer als ich je gedacht hätte… (falls man das überhaupts so klischéemässig sagen kann). Die Frauen und oft auch die Männer tragen wunderschöne, bunte Gewänder in kräftigen Farben; die Märkte sind laut, schmutzig, und trotzdem total interessant; die Leute sind überaus freundlich und offen; für das europäische Empfinden ist alles sehr chaotisch....

Arbeit

Jigi ist eine lokale Nicht-Regierungs-Organisation, welche in den Bereichen Gesundheit, Mikrofinanzen, Kommunalentwicklung und Wasserversorgung arbeitet. Wir drei stagiaires widmen uns verschiedenen Projekten: Kristine arbeitet zusammen mit den Frauen, welche Seife produzieren. Aurore organisiert eine AIDS-Ausbildung für malische Rapper, welche anschliessend das Thema in ihre Songs integrieren. Ich mache einen Dokumentarfilm über die verschiedenen Arbeitsbereiche von Jigi, welchen sie anschliessend für Marketing-Zwecke verwenden können.

Bett

In der ersten Woche haben wir noch bei Heide, einer deutschen Mitarbeiterin von Jigi, gewohnt. Nach intensiver Wohnungssuche sind wir nun in eine super Wohnung gerade gegenüber unserer Organisation gezügelt. Das hiess natürlich auch, dass wir ein Bett, bzw. eine Matraze kaufen mussten; fanden wir dann auf dem Markt für ca. 12Fr.

Ba

Ba ist unsere Nachbarin. Wir teilen mit ihrer Familie den Innenhof unseres Gebäudes. Das ist total genial, weil wir erstens ganz tolle Gespräche führen können. Zweitens essen wir abends immer zusammen, sodass wir in den Genuss von hervorragendem malischen Gerichten kommen! Ba ist zudem eine enorm herzliche Person. Als ich eines Morgens draussen meine Haare bürstete, fragte sie doch tatsächlich, ob sie meine Haare anfassen kann… ich wollte ihre natürlich auch berühren, was in einem fröhlichen Gelächter endete….

Balla

Balla ist einer der wichtigen Personen in der NRO Jigi, verantwortlich für die Finanzen. Er hat erklärt, dass er die Bezeichnung „Kampf gegen die Armut“ ganz unsinnig findet, weil eben Armut nur ein Symptom von ganz anderen Missständen ist. Daher hat Jigi die ursprünglichen Projekte im Kampf gegen Armut umbenannt in „Stärkung“ der vorhandenen Strukturen, Ausbildung und Entwicklung von neuen Kompetenzen etc.

Chaleur

Es ist einfach wahnsinnig heiss hier! Man schwitzt sozusagen immer.

Chotze

Sorry wegen dem Ausdruck, aber in meiner ersten Woche hier hatte ich tatsächlich zwei ganz üble Tage, an welchen ich aber auch gar nichts in meinem Magen behalten konnte…. Erste und hoffentlich letzte Lebensmittelvergiftung.

Djembe

Ich habe schon mit verschiedenen Lehrern gesprochen und werde wohl bei Segu, einem älteren Herrn, Djembe Unterricht nehmen. Djembe ist für mich der Inbegriff von afrikanischem Rhythmus. Dazu schreibe ich später sicher noch mehr.

Dorf

Gestern war ich zum ersten Mal in einem Dorf ausserhalb von Bamako. Wow, das war sooooo spannend. Ich konnte an einem Treffen von Frauen teilnehmen, welche so ihr Wissen mit Leuten von Jigi austauschen, Probleme im Alltag identifizieren, über Familienplanung, AiDS und anderes reden. Ich habe das ganze gefilmt (ist ja zum Glück meine Aufgabe). Die Bilder sind einfach unglaublich schön!!!